Andreas Stoch beim Kindertagespflegeverein

Veröffentlicht am 24.01.2018 in Wahlkreis

Andreas Stoch mit Helga Banz, Karin Keller, Heidrun Will und Michael Kolb (v.l.)

Der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Andreas Stoch, folgte einer Einladung des Vereins Kindertagespflege Landkreis Heidenheim und traf sich mit dessen Vorständen, Helga Banz, Heidrun Will und Michael Kolb, und Geschäftsführerin Karin Keller zum gegenseitigen Austausch.

Dass die Kindertagespflege neben der institutionellen Erziehung in Kindertagesstätten ein wichtiger Baustein der Kindererziehung ist, darüber waren sich die Gesprächspartner sofort einig. Wegen der individuellen Betreuung und mehr zeitlicher Flexibilität stelle die Kindertagespflege für viele Eltern eine interessante Alternative zur Kita dar. Gerade bei der Betreuung von unter Dreijährigen Kindern habe der Bedarf im Landkreis stark zugenommen, so Geschäftsführerin Keller, und er steige weiter. Der Verein, der die Kindertagespflege im Kreis koordiniert und mit einer gut aufgestellten Fachberatung und regelmäßigen Grund- und Weiterbildungskursen für die Qualitätssicherung sorgt, benötige vor allem in den Städten im Landkreis mehr Tagespflegepersonen, um den wachsenden Anfragen nachzukommen.

Ein Hindernis bei der Gewinnung neuer Tageseltern sei in erster Linie die nicht angemessene Bezahlung. Dazu hatte der Landesverband der Kindertagespflege im vergangenen Jahr zu einer Aktion aufgerufen, in deren Rahmen auch Andreas Stoch zahlreiche Schreiben von Tagesmüttern aus dem Landkreis erreichten. Aktuell erhalten Tagespflegepersonen im Landkreis Heidenheim 5,50 Euro pro Kind und Stunde. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, so Stoch. Städte- und Landkreistag haben sich bereits klar positioniert und zeigen sich bereit für eine Erhöhung des Stundensatzes um 50 Cent, sofern das Land ebenfalls diese Summe beisteuert. Stoch sieht hier die Landesregierung in der Verantwortung, endlich mit den kommunalen Landesverbänden eine Einigung zu erzielen. Stoch, dem als früherem Kultusminister gerade der Ausbau der frühkindlichen Betreuungsangebote am Herzen lag, kritisiert, dass Kultusministerin Eisenmann noch keine solche Beteiligung in Aussicht gestellt habe, zumal die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege im Koalitionsvertrag festgeschrieben stehen und der Landeshaushalt bestens aufgestellt sei.

Neben der kaum existenzsichernden Vergütung beklagt Michael Kolb auch die bürokratischen Hürden, die der Status der Selbstständigkeit für die Tageseltern mit sich bringe. Hier biete der Verein zwar Hilfe, sieht eine echte Alternative aber in einer Anstellung der Tagespflegepersonen beim Landratsamt. Das würde vielen Tageseltern entgegenkommen und eine bessere soziale Absicherung in der Renten- und der Krankenversicherung gewährleisten, stimmt auch Heidrun Will zu, die gerade die Einkommensbemessungsgrenze der Krankenversicherung kritisch sieht. „Wichtig ist die Vernetzung der Tageseltern“, betont Stoch. „Nur so können sie auf sich aufmerksam machen und für sich und ihre Arbeit werben. Es ist Lobbyarbeit, die sie betreiben.“ Dass das bereits gut läuft in Heidenheim, darüber war man sich einig.

 
 

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Martin Schulz

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Leni Breymaier

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