Arbeiten ohne Ausbeutung als Ziel

Veröffentlicht am 01.02.2010 in Presse im Wahlkreis


SPD-Landtagsabgeordneter Andreas Stoch referierte bei der KAB

"Baden-Württemberg in Zeiten der Wirtschaftskrise - Folgen für die Arbeitnehmer" lautete das Thema beim Sonntagsgespräch der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Kettelerhaus.

Referent im Ketteler-Haus war der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch. Die von den USA ausgehende Wirtschaftskrise habe rasch auch im Land ihren Niederschlag gefunden, so der Vortragende.

Nicht selten sei in der Maschinenbauindustrie und in Zulieferbetrieben der Automobilwerke bis zu 70 % Auftragsrückgang von einem Monat auf den anderen festgestellt worden. Hier bescheinigte Stoch der "alten" Bundesregierung durch den Mechanismus der Kurzarbeit für die Unternehmen das Bestmögliche getan zu haben.

Große Sorgen würden ihm die Schlagworte Zeitarbeit und flexibler Arbeitsmarkt bereiten. Sie seien oft Ausdruck von Ungerechtigkeit, Missbrauch, ja bishin zur Ausbeutung der Arbeitskraft. Als ein Beispiel für Missbrauch nannte Stoch eine Geschichte aus seiner Heimatstadt Giengen, wo eine Firma einfach die Zeitarbeitsfirma gewechselt und somit den Lohne nahezu bis zur Hälfte eingespart habe. "Jeder Mensch muß, ohne ausgebeutet zu werden, von seiner Arbeit leben können", rief Stoch aus.

Heftig kritisierte er die Praxis der "Befristungen", die über das normale Maß hinausgehen würden. Klar sprach sich Stoch auch für die Einführung eines Mindestlohnes aus. In seiner Anwaltspraxis, die er als Abgeordneter nebenher noch führe, sei gerade im Arbeitsrecht eine Vielzahl von Fällen zu bearbeiten, die einen kritischen Blick auf die Gesellschaft werfen.

Viele Themen wurden in der Diskussion angesprochen, die der Gemeinderat und kürzlich wiedergewählte Zeiss-Betriebsrat Hermann-Josef Boch leitete. Auch die prekäre Situation der Gemeinden, die außer Grundsteueranhebungen nur wenig Spielraum zur Bewältigung ihrer Aufgaben hätten, wurde angesprochen. Handlungsbedarf sah Stoch auch im Bereich der "Dienstleistungsrichtlinie". Hier werde ein Druck auf den Markt durch Billiganbieter erzeugt und so ganze Betriebsbranchen in den Ruin getrieben.

Mit dem Hinweis Stochs, auch die Verbraucher könnten im kleinen, etwa durch das Akzeptieren eines gerechten Preises für die Produkte, zu einer ausgleichenden Gerechtigkeit beitragen, beendete Vorsitzender Franz Magerl die Veranstaltung.

 
 

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