Energieeffizienz, Gigaliner und Leiharbeit - Breite Themenpalette beim Ministerbesuch im Hausgerätewerk von Bosch-Siemen

Veröffentlicht am 28.02.2013 in Presseecho

Standortleiter Carlito Voss, Minister Schmid und Minister Stoch bei der Giengener BSH (Foto Büro Stoch)

Gemeinsam besuchten der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid und Kultusminister Andreas Stoch das Hausgerätewerk von Bosch-Siemens. Im Zentrum stand das Thema Energieeffizienz, aber auch Themen wie Lang-LKW und Leiharbeit wurden angesprochen.

Seitens der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) nannte der Leiter des Produktionsbereichs Kälte, Ralf-Jürgen Striek, aktuellste Zahlen aus dem Giengener Werk. Rund 1,7 Millionen Kühlgeräte werden derzeit pro Jahr hergestellt, also etwa 7000 pro Tag. Rund 2500 Menschen sind im Giengener Werk beschäftigt, 1700 davon in der Produktion. Striek betonte, dass man zum Standort Giengen stehe. Er unterstrich das mit den getätigten Investitionssummen der letzten Jahre: 2011waren es 25 Millionen Euro, 24 Millionen im vergangenen Jahr, 19 Millionen sind für dieses Jahr im Plan. Eine Produktionsstraße für die Seitenwände der Kühlgeräte oder für die Türen schlägt mit rund 2,5 MillionenEuro zu Buche. Das Portfolio der Produkte, so Striek, werde alle vier Jahre erneuert, hauptsächlich wegen des Themas Energieeffizienz.

Die Bedeutung dieser Energieeffizienz in Zeiten der Energiewende erläuterte BSH-Mitarbeiter Christian Salmen – effiziente Produkte seien unabdingbar, um Energieeinsparungen zu erzielen. Elektrogeräte seien in den Haushalten für knapp die Hälfte des Stromverbrauchs verantwortlich. 30 millionen verwendete Hausgeräte seien älter als 14 Jahre. Mit modernsten Geräten könnten 7 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespart werden. Ein aktuelles Kältegerät verbrauche 75 Prozent weniger Energie als eines von 1997. In Privathaushalten würde sich die Anschaffung eines neuen Geräts in rund fünf Jahren amortisieren.

Wirtschaftsminister Schmid sagte, Energieeffizienz sei für die Wirtschaftspolitik der Landesregierung ein wesentlicher Punkt. Baden-Württemberg müsse ressourceneffizient handeln und dabei Technologie und Know-how entsprechend einsetzen. Im BSH-Werk sehe er, dass diese nicht nur bei den Produkten, sondern auch in der Produktion umgesetzt werde. Bei einem Rundgang durch eine Produktionshalle hatte man den beiden Landespolitikern die Herstellung energieeffizienter Kühlgeräte demonstriert. Dabei verwies Standortleiter Carlito Voss darauf, dass Arbeitsplätze in der Fertigung nach ergonomischen Gesichtspunkten eingerichtet würden. Vorgesehen sei, alle Produktionslinien entsprechend umzurüsten. Betriebsratsvorsitzende Ellen Bonna-Knöpp sagte, Ergonomie sei wichtig, aufgrund kurzer Arbeitstakte sei die Belastung der Mitarbeiter dennoch hoch.

Minister Schmid interessierte sich auch für das Thema Leiharbeit im Giengener Werk. Die Quote liege bei etwa zehn Prozent, so die Betriebsrätin. Derzeit seien rund 270 Leiharbeiter beschäftigt. Bei dieser Thematik müsste allerdings die Politik tätig werden, so Bonna-Knöpp. Die aktuell hohe Quote liegt laut Standortleiter Voss auch darin begründet, dass eine neue Linie eingerichtet werde, wo in den kommenden Monaten allein 100 Leiharbeiter tätig seien. Aus der Sicht der Betriebsrätin Bonna-Knöpp gäbe es zur Abdeckung von saisonalen oder sonstigen Spitzen im Sinne der Lohngerechtigkeit allerdings auch die Möglichkeit, Arbeitnehmer befristet einzustellen. Kultusminister Andreas Stoch interessierte sich für das Thema Lehrlinge und Fachkräfte. Standortleiter Voss sagte, die Thematik werde nicht leichter, weshalb man rund 30 Auszubildende jährlich habe. Im Ingenieurbereich erhalte man noch sehr gute Bewerbungen, auch weil die BSH dank ihrer Internationalitätals attraktiver Arbeitgeber gesehen werde.

Einen abschließenden Wunsch an den Wirtschaftsminister hatte Produktionsbereichsleiter Striek: ob nicht im Rahmend es Großversuchs um den Einsatz von Lang-LKW eine Genehmigung möglich wäre, dass die Gigaliner, die lediglich 4,7 Kilometer zwischen Werk und Autobahneinfahrt zurücklegen können und nicht eigens auf dem Rastplatz Lonetal umgekoppelt werden müssten. Der Minister nahm die Anfrage mit, wollte aber nichts versprechen.
Artikel aus der Heidenheimer Zeitung vom 28.02.2013

 
 

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