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Andreas Stoch besucht Sontheimer GWRRS

12.08.2020
Sontheim

Wie soll Schule funktionieren – im neuen Schuljahr und trotz Corona? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Besuchs von SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch in der GWRRS Sontheim. Mit dem Abgeordneten informierte sich auch Bürgermeister Matthias Kraut bei Schulleiter Rainer Schulz und Konrektorin Sabine Malisi, die auch in den Sommerfreien noch genug zu tun haben. 

„Wir mussten von 0 auf 100 unsere Schule vollkommen neu denken und organisieren“, so Schulz, der sowohl für seine Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern großes Lob parat hatte: „Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt, diese große Herausforderung zu meistern.“ Dabei habe man für die GWRRS Sontheim eine digitale Cloud-Lösung gefunden. Die meisten Schüler wurden so gut erreicht. Konrektorin Malisi, die schwerpunktmäßig für die Grundschule verantwortlich ist, bestätigt das Engagement der Lehrkräfte, die ihren Schülern teils auch persönlich die Aufgaben bis an die Haustür brachten. Problematisch seien allerdings die nicht durchgehend schnelle Internetversorgung im Ort und die nicht immer ausreichende Ausstattung mit Hard- und Software in den Familien. Stoch verweist hier auf den Digitalpakt des Bundes, der dafür Geld zur Verfügung stellt. „Das Geld muss nun zügig raus“, fordert er. Die vom Kultusministerium geforderten Medienentwicklungspläne sollten nachgereicht werden können. „Es muss eine Mischung aus Präsenz und digitalem Unterricht etabliert werden“, sagt der frühere Kultusminister. Eine schnelle Rückkehr zum Unterrichtsbetrieb im Herbst sehe aktuell niemand. 

Mit der Lehrerversorgung für das kommende Schuljahr ist der Schulleiter insgesamt zufrieden. Bis auf eine Lehrkraft seien alle wieder an der Schule präsent. Auch für die „Lernbrücke“ in den beiden letzten Ferienwochen habe man Lehrkräfte gefunden. Stoch bezweifelt allerdings, dass eine zweiwöchige Nachhilfe reicht, um das Versäumte von Monaten nachzuholen. Er und seine Fraktion im Landtag fordern ein spezielles Budget für Schulen, dass ihnen eine ganzjährige Nachhilfe ermöglicht. Nicht immer zufrieden war man in Sontheim mit der Kommunikations- und Informationspolitik des Kultusministeriums. „Krisenmanagement muss vor allem für Akzeptanz bei den Betroffenen sorgen. Dafür müssen wir Tag für Tag vor Ort werben“, so Schulz. Es brauche daher klare Regelungen. Unterschiedliche Vorgaben zur Maskenpflicht in der Grundschule und der Sekundarstufe seien in der Schulgemeinschaft einer Verbundschule nur schwer vermittel- und umsetzbar. „Gute Kommunikation ist generell ein Problem der Landesregierung“, meint Stoch, der die Ursache nicht zuletzt in der Uneinigkeit der Koalitionspartner sieht. Insgesamt sei das Krisenmanagement ausbaubar, vor allem sollte die Kultusministerin das Gespräch mit den Betroffenen suchen, so der Abgeordnete.