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„Stoch packt’s an“ in der Steinheimer Rathaus-Metzgerei

08.06.2020
Steinheim

Mit seiner Aktionsreihe „Stoch packt’s an“ will sich der Heidenheimer Landtagsabgeordnete und Chef von Landtagsfraktion und Landespartei einen tieferen Einblick in möglichst viele Berufsfelder verschaffen und so herausfinden, wo jeweils der Schuh drückt. In diesem Rahmen arbeitete der Abgeordnete nun auch in der Rathaus-Metzgerei in Steinheim mit und erfuhr von den Sorgen und Nöten, aber auch von der Freude am Metzgerhandwerk.

Bereits um 5:30 Uhr begrüßten Christine und Markus Wittlinger ihren Mitarbeiter auf Zeit in ihrem Betrieb. Hauptpunkt auf dem vollen Tagesprogramm war neben der alltäglichen Produktion von Würsten und Fleischkäse die Schlachtung eines Angus-Rinds. Der Familienbetrieb, den Markus Wittlinger in der dritten Generation führt, ist eine der wenigen Metzgereien, die noch selbst schlachten. 95 Prozent der Produkte, die im Laden verkauft werden, kommen aus eigener Schlachtung. Wittlingers legen großen Wert darauf, dass ihre Schlachttiere aus der Region kommen und nicht nur nach höchsten Tierschutzmaßgaben gehalten werden, sondern auch stressfrei in die Schlachtung gehen. „Die Qualität des Fleisches hängt nicht nur von der Haltung ab, sondern auch massiv vom Stresslevel vor der Schlachtung“, erklärt Markus Wittlinger. Auf einem weitläufigen Gelände am Rand des Ortes hält er sich seit nunmehr sieben Jahren Wollschweine und sichert damit einer uralten Haustierrasse durch Aufzucht, artgerechter Haltung und Vermarktung die weitere Existenz.

„Seit 2010 darf ohne EU-Zulassung nicht mehr geschlachtet werden. Es herrschen strenge Richtlinien und viel Bürokratie, aber wir haben uns dieser Herausforderung gestellt und die Zulassung erworben, um weiter selbst schlachten zu können“, so Wittlinger. Ärgerlich seien aber die hohen Schlachtgebühren im Kreis Heidenheim. Hier müsse die Politik unbedingt etwas tun, denn sonst werde es bald keine kleinen Schlachtbetriebe mehr geben. „Gerade als Bio-Musterregion müssen wir die regionale Fleischproduktion und -vermarktung stärken und unsere Metzgereien hier unterstützen“, betont Stoch. Er versprach, sich sowohl als Kreisrat als auch auf Landesebene im Stuttgarter Landtag für eine Lösung einzusetzen.

Die Corona-Krise habe natürlich auch Auswirkungen auf seinen Betrieb, bestätigte Wittlinger auf Stochs Nachfrage. Durch den Wegfall von Dorffesten und Familienfeiern fehlen die Umsätze im Catering-Bereich. Dafür sei aber der Verkauf im Laden gestiegen und viele Leute bestellten Lieferungen nach Hause. Stoch konnte sich persönlich von der qualitativ hochwertigen, transparenten und nachhaltigen Fleisch- und Wurstproduktion in der Rathaus-Metzgerei überzeugen. Er hofft, dass gerade auch durch die Corona-Krise noch mehr Menschen die heimische Lebensmittelproduktion schätzen und bewusster einkaufen. „Wir müssen unsere Metzgereien und Bäckereien vor Ort erhalten. Sie versorgen uns nicht nur mit selbst produzierten und qualitativ hochwertigen Waren, sondern sie sind auch wichtige Arbeitgeber und Abnehmer von in der Region erzeugten Produkten“, so Stoch. „Die Wertschöpfung findet hier statt und kommt unserer Region zugute.“