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Umleitung gibt Ortsdurchfahrt den Rest

31.08.2020
Niederstotzingen

Keinerlei Mangel an aktuellen Themen herrschte beim Besuch des Landtagabgeordneten und SPD-Landeschefs Andreas Stoch in Niederstotzingen. Bürgermeister Marcus Bremer erklärte Stoch eingehend die Aufgaben, die die kleinste Stadt im Kreis zurzeit angehen muss.

Bremer unterstrich die enorme Belastung durch Ausbau und Sperrung der Bundesstraße 492 zwischen Brenz und Hermaringen. Der zusätzliche Verkehr durch den Ort sei immens und sorge nicht nur für erheblichen Lärm: „Bei der Ortsdurchfahrt handelt es sich um eine Landesstraße, die   ohnehin schon in keinem guten Zustand mehr ist, doch diese Verkehrslast gibt ihr jetzt den Rest“, so Bremer mit Sorge: „Das Land muss seiner Verpflichtung nachkommen und nach dem Ende der Umleitung die Straße in Stand setzen.“ Der Bürgermeister verweist ganz grundsätzlich darauf, dass der Schwerlastverkehr eigentlich aus der Stadt herausgehört. Mit dem Ausbau der B 16 und B 492 sei es für LKW künftig nicht mehr notwendig durch das Wasserschutzgebiet und das Nadelöhr „Stotzingen“ zu fahren. 

Wie seine Kollegen aus Nachbargemeinden empfand auch Bremer die bisherige Kommunikation und Planung zu den Bauarbeiten an der B 492 nicht als optimal: Zwei Jahre Vollsperrung seien deutlich zu lange. Auch Andreas Stoch wiederholte seine Kritik: „Das hätte man besser machen können. Und es darf nicht sein, dass Orte wie Niederstotzingen nicht nur auf dem Verkehr, sondern auch noch auf kaputten Straßen sitzenblieben.“

Hoffnungen setzt Bremer auf eine Ertüchtigung der Brenzbahn, zumal Niederstotzingen durch eine noch bessere Anbindung an Ulm und per Schnellbahntrasse später auch an Stuttgart noch stärker als Wohnort für Berufspendler nachgefragt werden könnte. Gewinnung von Bauland steht darum im Niederstotzinger Rathaus schon heute auf der To-Do-Liste.

Beeindruckt zeiget sich Stoch bei der Besichtigung des Hauptschulgebäudes, das nach den Sanierungsarbeiten künftig als Grundschule genutzt wird: „Da stecken eine Menge guter Ideen von Stadt und Schule drin“, so Stoch. Es sei wichtig, die Schule für einen ganztägigen Betrieb bzw. eine ganztägige Betreuung fit zu machen. Wichtig sei, dass das Land seinen Beitrag zu den stattlichen Kosten leiste.

Genau daran fehlt es weiter beim Archäopark Vogelherd, wie Bürgermeister Bremer betont. Stoch stimmt zu: „Es kann nicht sein, dass Niederstotzingen hier alleine ein UNESCO-Welterbe stemmen soll, mit dem sich das ganze Land schmückt“. Es müsse das Ziel bleiben, hier auf Dauer eine neue Trägerschaft zu bekommen oder mindestens die Kosten für den laufenden Betrieb zu tragen. Dafür will sich Stoch weiter beim Land und beim Bund einsetzen.

Deutlich weiter ist man in Niederstotzingen im Bereich Gesundheitsversorgung: Das neue Ärztehaus leiste einen wichtigen Beitrag zur Versorgung, so Bremer. Im Auge behalten müsse man allerdings den Bedarf bei der Pflege. Hier komme es auf eine Angebotsdurchmischung von Dauerpflege-, Kurzzeitpflege- und Tagespflegeplätzen an, die im Idealfall mit einem Angebot an Betreutem Wohnen ergänzt wird.