Was gerade den Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Heidenheim beschäftigt, erfuhr der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch bei einem Besuch vor Ort. Geschäftsführer Markus Ebersbach und Anke Eberhardt, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Controlling, stellten die aktuellen Zahlen vor. Die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB II im Landkreis ist mit 2,9 Prozent stabil und nur wenig höher als im Vorjahr. Auch können noch immer Stellen vermittelt werden, so Anke Eberhardt, insbesondere im Lager- und Logistikbereich, in der Gastronomie und im Verkauf. Auch über Personaldienstleister sind weiterhin Arbeitsaufnahmen möglich.
Das Jobcenter betreut aktuell 4297 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die man wieder in Arbeit bringen möchte. Rund 62 Prozent sind dabei unqualifizierte Arbeitskräfte – bei den unter 25-Jährigen sogar um die 90 Prozent. „Das ist schlimm und darf in unserem Schulsystem nicht sein“, beklagte Stoch die hohe Zahl von jungen Menschen ohne jeglichen Berufsabschluss. „Wir brauchen deutlich mehr und noch frühere Anstrengungen in der schulischen Berufsorientierung. Deswegen habe ich als Kultusminister das Fach Wirtschaft und Berufsorientierung eingeführt.“
Auch Markus Ebersbach weiß um die Wichtigkeit einer Ausbildung in jungen Jahren, weil Qualifizierung langfristig vor Arbeitslosigkeit schützt. Menschen ohne Ausbildung werden sich immer schwertun, auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft Fuß zu fassen.
Eine wichtige Rolle spielen daher vor allem Arbeitgeber und deren Aufgeschlossenheit, vermehrt Arbeitserprobungen und Praktika, insbesondere für ungelernte Menschen mit Sprachdefiziten, anzubieten. Stoch schlägt vor, in einer regionalen Informationsoffensive gerade kleinere Firmen und Handwerker anzusprechen und zu motivieren, Praktika und Einblicke in Ausbildungen anzubieten, um einen niederschwelligen Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Gerne sei er bereit, hier vor allem bei der IHK, der Handwerkskammer und den Innungen dafür zu werben.
