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5 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe – Ernüchternde Bilanz bei der Unterstützung durch das Land

Im Mai jährt sich die Ernennung der Eiszeitkunst in den Höhlen des Ach- und Lonetal als UNESCO-Weltkulturerbe zum fünften Mal. Angesichts dieses kleinen Jubiläums hat der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch gemeinsam mit seinem Ulmer Kollegen Martin Rivoir in einer Kleinen Anfrage den bisherigen Einsatz des Landes zur Unterstützung der betroffenen Kommunen erfragt, zumal laut Koalitionsvertrag ein besonderer Fokus auf den Schutz, die Pflege und die Vermittlung der Welterbestätten gelegt werden soll. „Die Stellungnahme der Landesregierung ist mehr als ernüchternd“, so Stoch. „Es wurde bisher viel zu wenig gemacht. Das Land hat nicht die Rahmenbedingungen geschaffen, die der weltweiten Einzigartigkeit dieser Orte entsprechen.“

Die Standortgemeinden seien finanziell überfordert und es sei völlig unverständlich, warum die Landesregierung diese Orte nicht institutionell unterstützt, moniert der Abgeordnete. Es brauche jetzt endlich eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung der Welterbestätten und der Präsentationsorte der Funde.

In Niederstotzingen droht weiterhin die Schließung des Archäoparks, weil die Stadt die hohen Betriebskosten nicht mehr alleine aufbringen kann. Hier hält das Land auch weiterhin die Förderung von Betriebskosten für ausgeschlossen. Lediglich bauliche Investitionen, wie Erweiterung, Sanierung oder Modernisierung, seien förderfähig, was der Kommune aber derzeit absolut nichts nützt. Ein angekündigtes spezielles Förderprogramm auf Grundlage einer Welterbekonzeption Baden-Württemberg ist bisher nur angedacht und kommt für Niederstotzingen wahrscheinlich viel zu spät.

„Vor fünf Jahren ließ sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann noch feiern, als hätte er selbst den Welterbetitel geholt. Seither hat er sich aber nicht mehr darum gekümmert und die vielfältigen Bestrebungen aus der Region nach adäquater Finanzierung durch das Land nicht unterstützt“, kritisieren Stoch und Rivoir. Angesichts der Tatsache, dass das Land allein im Jahr 2021 über 38 Millionen Euro für Verwahrentgelt, also so genannte Negativzinsen, aufbringen musste, sei dieses Gebaren mehr als unverständlich. „Die Landesregierung ist jetzt aufgefordert, endlich ein deutliches Signal zu setzen. Dass das durchaus möglich ist, sieht man an der keltischen Welterbestätte Heuneburg. Dort hat der Ministerpräsident persönlich für einen warmen Geldregen in Millionenhöhe gesorgt und gezeigt: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“, macht Stoch deutlich.

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