Wahlkreis

Das Ringen um die zweite Hälfte – Besuch im Kreisimpfzentrum Heidenheim

Gut die Hälfte aller Menschen im Kreis Heidenheim ist inzwischen gegen Corona geimpft – doch das Tempo hat nachgelassen und die Aufgaben werden kniffliger. Darüber informierte sich Andreas Stoch, Landtagsabgeordneter und SPD-Landes- und Fraktionschef, jetzt bei einem Besuch im Kreisimpfzentrum (KIZ), das noch bis Ende September im Congress-Centrum auf dem Schlossberg untergebracht ist. Im Gespräch mit der Ersten Landesbeamtin Marlene Bolz vom Landratsamt, KIZ-Leiter Michael Koffer und Christoph Bauer, Leiter des Heidenheimer Gesundheitsamts, ging es denn auch um die Zukunft der Einrichtung: „Im Moment laufen wir sozusagen nur auf 30 Prozent unserer Kapazität“, so Michael Koffer. Doch nicht nur angesichts der Delta-Variante oder möglicher Nachimpfungen sollte man eine Auflösung der Zentren nicht übereilen. Andreas Stoch kann sich vorstellen, ein Impfzentrum ab Oktober in kleineren Dimensionen, dafür aber nachhaltiger zu betreiben. „Klar muss sein, dass es dafür weiter Hilfen vom Staat gibt. Es ist eigentlich nicht die Aufgabe eines Landkreises, für Impfungen zu sorgen“.

Im Moment steckt das insgesamt 50-köpfige Team des Impfzentrums, das auch aus Hilfskräften der Bundeswehr besteht, im Ringen um die zweite Hälfte der noch nicht geimpften Bevölkerung. „Jede Impfung bringt uns weiter, wir sind vor Ort“, so Koffer. „Dabei zeigt sich, dass es ganz wichtig ist, bestehende Fragen zu klären und Vorbehalte auszuräumen. Wir versuchen die Menschen über viele Kanäle, z. B. eine Plakataktion und die Integreat-App, zu erreichen und mitzunehmen“, so Marlene Bolz.

Christoph Bauer rechnet mit wieder steigendem Andrang nach den Ferien: „Die Leute sind nicht direkt impfmüde, aber sie haben Corona satt. Jetzt haben wir viele Lockerungen, man schiebt das zur Seite und will es am liebsten vergessen“.

Stochs Sorge um den Start ins neue Schuljahr teilt der Experte: „Die Zeit läuft uns davon“, so Bauer. Und neue Ausbrüche könnten dazu führen, dass ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden und der Unterricht wieder ausfällt. „Wir brauchen da klare Konzepte“, so Stoch, der sich wünschen würde, dass man Schülerinnen und Schülern schon ab 12 ein Impfangebot macht: „Für den Einzelnen mag der Impfschutz in diesem Alter nicht so wichtig sein, aber in der Summe hilft es, die Schulen vor dem nächsten Lockdown zu bewahren“. Auch Marlene Bolz hofft darauf, dass hier bald mehr Klarheit herrscht.

Andreas Stoch: „Durch den großen Einsatz des ganzen Impfteams und des Landkreises sind wir immerhin schon bei gut 50 Prozent Impfschutz. Und damit es noch mehr wird, muss es jeden Versuch wert sein, auf die Menschen zuzugehen. Wir stehen durch die Impfungen besser da als im Herbst 2020, aber es ist eben noch nicht vorbei.“

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