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Besuch der LEA Ellwangen

SPD-Chef Andreas Stoch: „Ohne die LEA Ellwangen stünden wir jetzt ganz schlecht da“

Nicht zuletzt angesichts des Krieges in der Ukraine hat SPD-Fraktions- und Landeschef Andreas Stoch die Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Ellwangen besucht. Bei dem Rundgang mit LEA-Leiter Berthold Weiß ging es dabei vor allem darum, wie die frühere Ellwanger Kaserne bei der Aufnahme von Menschen helfen kann, die jetzt vor dem russischen Angriff auf die Ukraine fliehen.

Den Krieg spüre man in der LEA schon jetzt, so Berthold Weiß: „Wir haben inzwischen 50 bis 60 Neuankünfte pro Tag, vor dem Kriegsbeginn waren es manchmal kaum 50 im Monat. Und rund 90 Prozent der Menschen kommen jetzt aus der Ukraine.“ Rund 1000 der derzeit 1200 Plätze in Ellwangen sind schon belegt, fast 600 von Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. Doch Weiß und sein Team aus rund 200 Mitarbeitenden stellen sich darauf ein, dass der Bedarf noch viel höher steigen wird. „In den nächsten Tagen werden tausende Geflüchtete nach Baden-Württemberg kommen“, so Weiß: In Ellwangen hat man bereits wieder Notunterkünfte in der Turnhalle der Anlage eingerichtet.

„Ohne die LEA Ellwangen stünden wir jetzt ganz schlecht da“, so Andreas Stoch: „Wir haben hier einen wichtigen Baustein, um all die Geflüchteten aufnehmen zu können, und wir können froh sein, dass Forderungen nach einer Schließung dieser Einrichtungen bisher kein Gehör fanden.“ Klar ist dem SPD-Politiker aber auch etwas anderes: „Die LEA kann viel, aber sie kann alleine nicht reichen.“ Verteile man auch nur die bisher nach Deutschland geflohenen Menschen aus der Ukraine auf die Bundesländer, kämen rund 20 000 Menschen nach Baden-Württemberg, wo es nicht einmal halb so viele Plätze in den Erstaufnahmen gibt. „Es geht nicht mehr darum, ob wir diese Menschen auf die Kreise und Kommunen verteilen, sondern nur noch darum, wie: wie rasch und wie gut“, so Stoch. Vom Land fordert der SPD-Chef, aus den Erfahrungen der Jahre 2015 und 2016 zu lernen: „Wir haben auch jetzt wieder Regionen, in denen Landräte und Bürgermeister von alleine schnell und effizient handeln. Anderswo wartet man auf Anweisungen. Hier muss die Landesregierung einen Ausgleich schaffen.“

Großes Lob hat Stoch für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer parat, die sich auch in Ellwangen um die Neuankömmlinge kümmern. „Die Hilfsbereitschaft ist ganz fantastisch“, so Stoch. Der frühere Kultusminister erinnert aber auch daran, dass es gerade bei Angeboten wie einem Schulunterricht für ukrainische Kinder und Jugendliche nicht bei privatem Engagement bleiben kann. „Es muss klar sein, dass es hier noch viel zu tun gibt, und das nicht nur für ein paar Wochen.“

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